Brau-Hokuspokus

Wenn Brauer den Verstand gegen Edelsteine und “höhere Ordnung” eintauschen.

Die Craft-Blase

Die Erzählung von David gegen Goliath hat sich überholt. Ein Pladoyer für eine neue Sprache.

Sauer für Brauer

Das traditionsreiche Segment der Sauerbiere erlebt seinen zweiten Frühling – als Premium-Produkt. Über Gueuze, Gose & Co.

Beer, Bars & Brewers - Issue 01/2017 (German)

O’ zapft is! – Nach langen Monaten der Vorarbeit liegt die erste Ausgabe von „Bier, Bars & Brauer” endlich vor. Das neue Magazin unter der Leitung der renommierten Kulinarik- und Getränkejournalistin Juliane E. Reichert und Mixology-Gründer Helmut Adam will die Bierwelt nicht neu erfinden, aber einen wichtigen Beitrag leisten: Konventionen hinterfragen, Widersprüche aufzeigen, Trends und Tendenzen beschreiben sowie das aktuelle Geschehen der Bierszene kritisch begleiten.

Einer zentralen Frage widmet sich das Magazin sogleich: Die prosperierende Bierwelt droht, sich mehr und mehr in sprachlicher Undeutlichkeit zu verirren – schon bevor sie wirklich bei der Fläche der Verbraucher angekommen ist, scheint die Kampfvokabel „Craft” zu einem leeren Marketinginstrument im Spannungsfeld zwischen Idealismus und Schwammigkeit verkommen zu sein und ihre Stärke verloren zu haben. Alternative Begriffe wie „Kreativbier” machen die Runde. Doch was braucht es, um im Jahr 2017 angemessen über „Bier” zu sprechen? Es braucht eine unverkrampfte, klare und präzise Sprache. Im großen Titel-Essay wendet sich die Chefredaktion diesem Thema zu.

Eine im Prinzip eigene – und zudem uralte – Groß-Stilistik sind Sauerbiere. Die derzeit wieder erstarkende Berliner Weisse ist da nur die preussische Spitze des Eisbergs. Auch daneben bieten Spezialitäten wie Gose, Lambic, Geueze oder Kriek ganz besondere Genussmomente, die sich mit keinem Pale Ale der Welt vergleichen lassen. Doch die Zugänge sind von Gegend zu Gegend unterschiedlich. Während saure Sude hierzulande noch immer eine Nischengattung sind (und Pale Ales mittlerweile in jedem Supermarkt stehen), hat man an der brautechnisch fortschrittlichen US-Westküste bereits einen ganz anderen Zugang dazu. Unsere große Sauerbier-Geschichte beleuchtet das Thema daher aus zweierlei Sicht. Begleiten Sie die beiden Experten Peter Eichhorn (Deutschland) und Jacob Grier (USA) auf der großen, sauren Spurensuche dies- und jenseits des Atlantiks.

Und zuletzt: Bier mit positiver Energie? Einige Brauer scheinen ernsthaft der Ansicht, ihr Bier schmecke besser oder sei gar bekömmlicher, wenn das Brauwasser mit Edelsteinen „informiert” wird. Doch gibt es tatsächlich Nachweise, dass Rosenquarz oder Amethyst aus einem guten Bier ein besseres oder gar gesundes Bier machen? Um es kurz zu sagen: Nein! Verpassen sie daher nicht die Abrechnung des Bierfachmannes Rory Lawton, der jenen Brauern mit der Wucht des Naturwissenschaftlers entgegentritt, wenn er sagt: Bier braucht keine Esoterik. 

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen mit der ersten Ausgabe von „Bier, Bars & Brauer”!